Schönen 1.Mai!
Freitag, 1. Mai 2009
Dienstag, 28. April 2009
Tangerunglück
Nächster Halt: Tanger. Zweitgrößte Stadt Marokkos und größter Industriestandort. Angeblich wurden hier große Teile von Casablanca gedreht, ganz einfach weil Tanger mehr nach Casablanca aussieht als Casablanca selbst.
Tanger steht im Ruf viele Reiche, Schöne und Verstorbene zu beherbergen. Das kann man sich nur schwer vorstellen. Alles in allem ist Tanger, soweit ich das beurteilen kann, eine normale marokkanische Stadt und leidet deshalb unter dem gleichen Verfallbefall wie die anderen auch. Die Innenstadt wird dominiert von herumsitzenden oder stromernden Männern, wovon die meisten sich auf den Vertrieb illegaler Rauschwaren spezialisiert haben.
Doch der Reihe nach. Zunächst wurden wir mit dem Bus durch die sehenswürdigeren Stadtteile chauffiert. Dazu gehörte auch ein fast kaum touristischer Halt an einer Stelle, an welcher Touristen Kamele beschauen und -steigen konnten. Was auch viele machten. Was mir komisch vorkommt, weil seit dem mittleren 20. Jahrhundert hat doch das Kamel als Objekt fantastischer Erzählung wagemutiger Weltreisender doch ein wenig verloren. Will meinen, jeder hat doch schon mal eins gesehen? Dennoch rastete die Reisemischpoche kollektiv aus und für 15 Minuten war da ein Kamelherzen und entgeltliches Fotografieren, dass es eine Art hatte.
Und so sieht ein Kamel aus, liebe Kinder. Wobei es sich faktisch um kein Kamel handelt, sondern um ein Dromedar, wie der Zoologe weiß. Ein Kamel hat 2 Höcker, ein Dromedar nur einen. Und wieder was gelernt. Weswegen die Zigaretten eigentlich auch "Dromedar" heißen müssten, es aber aus marketingtechnischen Gründen nicht tun.
Weiteres Highlight war die Besichtigung der zwei Meere. Ein kleiner Landvorsprung, von welchem aus man die Nahtstelle zwischen Mittelmeer und Atlantik bewundern kann. Wenn man ganz genau hinschaut, in einer gedachten Geraden hinter dem Leuchtturm, kann man sehen, inwiefern sich die Wasser des Mittelmeeres in überhauptnichts von denen des Atlantiks unterscheiden.
Und dann in die Innenstadt. Um mit Homer Simpson zu sprechen: Laaaangweilig. Tanger ist, was die Medina betrifft, ähnlich wie Tetouan, nur nicht ganz so pitoresk. Zwar gibt es auch die engen Gässchen und die kleinen Stände, doch es fehlt einfach der spektakulär magenzerreisende Geruch.
Nachdem uns der Reiseleiter durch die Medina geprügelt hatte als bekäm er Geld dafür, hatten wir 30 Minuten Freizeit. Davon konnten wir allerdings gleich 10 Minuten abziehen, die der Leiter dafür aufwenden musste uns zu erklären, wohin wir am besten NICHT gehen sollten, solange uns an der persönlichen Bewegungsfreiheit gelegen sei. Da mir daran durchaus gelegen ist, habe ich mich an eine Gruppe Mädels drangehängt. Das hat unter anderem den Vorteil, dass sie zuerst sie fangen und mir dadurch Zeit geben, mich in die Hecken zu schlagen.
Die Mädels waren allerdings auf Feindfahrt. Irgendwer hat ihnen nämlich erzählt, dass es ein Viertel gäbe, in welchem gefälschte Markenware für billig Geld zu erwerben sei. Sie reagierten ähnlich gelassen wie Drogenabhängige beim kalten Entzug, wenn der Dealer ne Lokalrunde schmeißt. Ihnen auf den Fersen zu bleiben war nicht einfach. Letztlich haben wir den Laden gefunden und hatten noch ca. 10 Minuten Zeit. Die Mädels haben sich die Waren angeschaut und kamen zum Entschluss, dass das alles ein Dreck sei und sie doch lieber daheim das Original kaufen. Dann hetzten wir zurück.
Tanger: Definitiv keine Stadt für Klaustrophobiker.
Tanger steht im Ruf viele Reiche, Schöne und Verstorbene zu beherbergen. Das kann man sich nur schwer vorstellen. Alles in allem ist Tanger, soweit ich das beurteilen kann, eine normale marokkanische Stadt und leidet deshalb unter dem gleichen Verfallbefall wie die anderen auch. Die Innenstadt wird dominiert von herumsitzenden oder stromernden Männern, wovon die meisten sich auf den Vertrieb illegaler Rauschwaren spezialisiert haben.
Doch der Reihe nach. Zunächst wurden wir mit dem Bus durch die sehenswürdigeren Stadtteile chauffiert. Dazu gehörte auch ein fast kaum touristischer Halt an einer Stelle, an welcher Touristen Kamele beschauen und -steigen konnten. Was auch viele machten. Was mir komisch vorkommt, weil seit dem mittleren 20. Jahrhundert hat doch das Kamel als Objekt fantastischer Erzählung wagemutiger Weltreisender doch ein wenig verloren. Will meinen, jeder hat doch schon mal eins gesehen? Dennoch rastete die Reisemischpoche kollektiv aus und für 15 Minuten war da ein Kamelherzen und entgeltliches Fotografieren, dass es eine Art hatte.
Weiteres Highlight war die Besichtigung der zwei Meere. Ein kleiner Landvorsprung, von welchem aus man die Nahtstelle zwischen Mittelmeer und Atlantik bewundern kann. Wenn man ganz genau hinschaut, in einer gedachten Geraden hinter dem Leuchtturm, kann man sehen, inwiefern sich die Wasser des Mittelmeeres in überhauptnichts von denen des Atlantiks unterscheiden.
Nachdem uns der Reiseleiter durch die Medina geprügelt hatte als bekäm er Geld dafür, hatten wir 30 Minuten Freizeit. Davon konnten wir allerdings gleich 10 Minuten abziehen, die der Leiter dafür aufwenden musste uns zu erklären, wohin wir am besten NICHT gehen sollten, solange uns an der persönlichen Bewegungsfreiheit gelegen sei. Da mir daran durchaus gelegen ist, habe ich mich an eine Gruppe Mädels drangehängt. Das hat unter anderem den Vorteil, dass sie zuerst sie fangen und mir dadurch Zeit geben, mich in die Hecken zu schlagen.
Die Mädels waren allerdings auf Feindfahrt. Irgendwer hat ihnen nämlich erzählt, dass es ein Viertel gäbe, in welchem gefälschte Markenware für billig Geld zu erwerben sei. Sie reagierten ähnlich gelassen wie Drogenabhängige beim kalten Entzug, wenn der Dealer ne Lokalrunde schmeißt. Ihnen auf den Fersen zu bleiben war nicht einfach. Letztlich haben wir den Laden gefunden und hatten noch ca. 10 Minuten Zeit. Die Mädels haben sich die Waren angeschaut und kamen zum Entschluss, dass das alles ein Dreck sei und sie doch lieber daheim das Original kaufen. Dann hetzten wir zurück.
Montag, 27. April 2009
Ma Baker
... nee, Ma-Rokko. Marokko ist ein Land im Norden Afrikas und liegt direkt gegenüber von Spanien, was einen Besuch dort vereinfacht, wenn man sich in Spanien aufhält. Also unten. Im Süden. Im Süden Spaniens. Von Bilbao aus ist es dann doch auch noch weiter weg. Obwohl also auch Bilbao in Spanien liegt. Aber eben im Norden. Aber gut.
Auf jeden Fall war ich am Freitag Abend in Marokko. Der erste Eindruck war, um es vorsichtig auszudrücken, verheerend.

Das Wort "Marokko" kommt aus dem Hochphönizischen und bedeutet: "Land wohin die Mercedesse gehen, wenn sie sterben". Hier sehen wir den Taxistand direkt hinter der Grenze in Ceuta, der spanischen Exklave und Grenzstadt auf dem afrikanischen Kontinent.
Aus irgendwelchen Gründen haben die Marokkaner ein unheimliches Faible für alte Benz als Taxifahrzeug der Wahl.
Wunderschöne alte W123 und Strich8er. Ich war weit über die Grenzen rationalen Denkens hinaus zunächst entsetzt, dann begeistert und endlich schwerst angepisst. Immerhin scheint sich dort jeder dahergelaufene Taxifahrer mein Traumauto leisten zu können, während ich darauf angewiesen bin, mit zuverlässigen aber langweiligen Japanern umeinand zu fahren.
Das Land an sich ist ganz genauso, wie man sich Afrika nun überhaupt nicht vorstellt. Die Landschaft erinnert mehr an die Schweiz, wenn dort Olivenbäume wachsen würden und die Schweizer kein Geld für richtige Häuser hätten.

Marokko ist über weite Teile - also die, die ich gesehen habe - quietschgrün. Allenthalben wächst und wuchert es. Marokkos Wirtschaft basiert auf Ackerbau, Vieh- und Fischzucht sowie auf der Unterdrückung der Frau. Nicht umsonst gilt Marokko als fortschrittlichstes und wirtschaflich erfolgreichstes Land Afrikas.

Unser Hotel, das "Chez Saqueratte", eine erlesen baufällige architektonische Verwegenheit aus den frühen 90er Jahren, war von eigener Qualität. Angekündigt war die Unterbringung in einer 4 Sterne Anlage. Doch Marokko scheint ein unsicheres Land zu sein, man hat dem Hotel wohl einen Stern erst kürzlich entwendet.
Dennoch vermissten wir nicht den für ein Haus dieser Kategorie üblichen Komfort: reispapierdünne Wände, durch die man die Aktivitäten der Nachbarn und der Leute auf dem Flur sehr gut verfolgen konnte. Eine Toilette, die ein olfaktorisches Erlebnis der Sonderklasse bot, sowie der schon fast liebgewonnene Schimmel an Duschvorhang und Wänden.
Das Essen im Hotel war landestypisch. Oder auch authentisch. Es gab wenig, und das war schlecht. Dafür waren die Ober nett. Man hat uns vor Reiseantritt versichert, dass man überall in Marokko Spanisch spräche. Stimmte auch soweit, wenn man unter "Spanisch sprechen" die fehlerfreie Aussprache und Verwendung der Worte "Si" und "No" versteht. Darüber hinaus ist des Marokkaners spanischer Wortschatz irgendwo zwischen "übersichtlich" und "nicht vorhanden". Das war aber alles kein Problem, denn immerhin können sie auch kein Französisch oder Englisch. Sie reden hauptsächlich Arabisch. "Shukran" heißt "Danke" und "sükren" heißt "besoffen".
"Besoffen" ist ein gutes Stichwort. Marokko als Land ist ein islamisches. Der Islam scheint sich vor allem durch die Abwesenheit all dessen zu definieren, was schön und gut ist im Leben. Dazu gehören Hunde, die als unrein gelten, die Gleichberechtigung der Frau, die als uncool gilt, sowie der Genuss von Alkohol, der als schlicht dämlich gilt. Was umso unverständlicher ist, da das Wort "Alkohol" ein arabisches ist. Das Zeug erst erfinden, und dann nichts davon auf Lager haben, das hab ich ja gerne!
Kurz: Es gibt kein Bier in Marokko. Es gibt auch sonst nichts zu trinken, außer Kaffee, Cola und Fanta. Und einen grünen Minztee, der zwar sehr lecker ist, aber traditionell so süß ist, dass es einem die Schuhspitzen nach oben biegt. Was hinwiederum die traditionelle Schutracht der Marokkaner erklärt.
Um ehrlich zu sein, mit der Unterdrückung der Frauen könnt ich umgehen. Auch der Mangel an Hygiene oder einer erkennbaren Infrastruktur stellt für mich kein langanhaltendes Hindernis dar. Aber kein Bier? Ohne mich! Dann sollen sie halt ihre Dokumentation selbst schreiben, auf mich müssen sie verzichten.
Doch heiter weiter. Samstags stand die Besichtigung des malerischen Städtchens Tetouan auf dem Programm. Tetouan ist die zweitälteste Stadt Marokkos und hat die zweitschönste Medina. Die erstälteste ist Fes und dort gibt es auch die erstschönste Medina. Doch Fes war weit weg, also mussten wir uns mit der zweiten Wahl zufrieden geben. Tetouan wurde von den Phöniziern gegründet, von den Römern zerstört, wieder aufgebaut, von den Berbern besetzt, von den Franzosen zerstört und so ist es mehr oder weniger bis heute erhalten geblieben. Die Innenstadt, die Medina, besteht aus geschätzt 5000 Kilometern übelriechender Straßen, in welchen man gelegentlich Skelette von Touristen findet, die ihre Reisegruppe verloren haben. Pittoresk.

Viele Javas wurden nach dem Untergang des Imperiums arbeitslos und müssen sich nun ihr karges Brot als Bettler verdienen.
Zum Glück war es recht kühl an diesem Tag. Der Fischmarkt ist interessant und schön und riecht wie mein Kühlschrank. Ich möchte mir wirklich nicht vorstellen, wie es an einem heißen Tag riecht. Wahrscheinlich dann wie die Toilette im Hotel.
Auch gibt es Chickennuggets in unverarbeiteter Form zu erwerben. Ich esse nie wieder Huhn.
Alles natürlich strenge überwacht vom lokalen Sicherheitsdienst.
Der natürlich sein karges SD-Salär noch durch den Verkauf gedünsteter Schafsohren aufbessert.
Weiterhin gab es allerlei Buntes zu kaufen. Über Zweck und Nutzen der Puder konnte mir auch der Reiseleiter nur eingeschränkt Auskunft geben. Ich vermute allerdings schwer, dass dieses Zeug einzig dazu dient, den Touristen zu erlauben, beeindruckend bunte Bilder zu machen. Oder sie versuchen über diesen Umweg die Farbrezeptoren der Kameras zu beschädigen. Denn in Wirklichkeit mögen sie es nicht, fotografiert zu werden. Nachvollziehbar, eigentlich. Das ist auch der Grund, warum viele Bilder zum neigen neigen. Ich hab die meisten nämlich aus der Hüfte geschossen.
Die lokale Spezialität "Tütenkatze" oder auch "Gata para llevar" wollte ich allerdings nicht ausprobieren.
Apropos Katzen. Der komplette Mangel an Hunden birgt natürlich die Gefahr der ungezügelten Vermehrung der Katzen in sich. Und sie finden das lustig.
Bleibt nun nur noch zu erwähnen, dass uns unser Reiseleiter noch in eine Künstlerkommune expedierte. Ich schätze mal, so ganz unvoreingenommen, dass es sich dabei hauptsächlich um entweder Verwandte oder Freunde von ihm handelte. Immerhin kamen wir so in den Genuss, eine Stunde lang Teppiche verschiedenster Unerträglichkeitsgrade bewundern zu dürfen. Alles natürlich von in Europa nicht erhältlicher Qualität und nachgerade lächerlich günstig. Und ist es zu glauben? Einige Leute haben tatsächlich etwas gekauft. Man zweifelt an der intellektuellen Integrität seiner Mitmenschen, aber es ist wahr. Der Reiseleiter war's sichtlich zufrieden.
Und Morgen gehts nach Tanger, zum Hasis kaufen.
Hasta Luego
El Jörch
Auf jeden Fall war ich am Freitag Abend in Marokko. Der erste Eindruck war, um es vorsichtig auszudrücken, verheerend.
Das Wort "Marokko" kommt aus dem Hochphönizischen und bedeutet: "Land wohin die Mercedesse gehen, wenn sie sterben". Hier sehen wir den Taxistand direkt hinter der Grenze in Ceuta, der spanischen Exklave und Grenzstadt auf dem afrikanischen Kontinent.
Aus irgendwelchen Gründen haben die Marokkaner ein unheimliches Faible für alte Benz als Taxifahrzeug der Wahl.
Wunderschöne alte W123 und Strich8er. Ich war weit über die Grenzen rationalen Denkens hinaus zunächst entsetzt, dann begeistert und endlich schwerst angepisst. Immerhin scheint sich dort jeder dahergelaufene Taxifahrer mein Traumauto leisten zu können, während ich darauf angewiesen bin, mit zuverlässigen aber langweiligen Japanern umeinand zu fahren.
Das Land an sich ist ganz genauso, wie man sich Afrika nun überhaupt nicht vorstellt. Die Landschaft erinnert mehr an die Schweiz, wenn dort Olivenbäume wachsen würden und die Schweizer kein Geld für richtige Häuser hätten.
Marokko ist über weite Teile - also die, die ich gesehen habe - quietschgrün. Allenthalben wächst und wuchert es. Marokkos Wirtschaft basiert auf Ackerbau, Vieh- und Fischzucht sowie auf der Unterdrückung der Frau. Nicht umsonst gilt Marokko als fortschrittlichstes und wirtschaflich erfolgreichstes Land Afrikas.
Unser Hotel, das "Chez Saqueratte", eine erlesen baufällige architektonische Verwegenheit aus den frühen 90er Jahren, war von eigener Qualität. Angekündigt war die Unterbringung in einer 4 Sterne Anlage. Doch Marokko scheint ein unsicheres Land zu sein, man hat dem Hotel wohl einen Stern erst kürzlich entwendet.
Dennoch vermissten wir nicht den für ein Haus dieser Kategorie üblichen Komfort: reispapierdünne Wände, durch die man die Aktivitäten der Nachbarn und der Leute auf dem Flur sehr gut verfolgen konnte. Eine Toilette, die ein olfaktorisches Erlebnis der Sonderklasse bot, sowie der schon fast liebgewonnene Schimmel an Duschvorhang und Wänden.
Das Essen im Hotel war landestypisch. Oder auch authentisch. Es gab wenig, und das war schlecht. Dafür waren die Ober nett. Man hat uns vor Reiseantritt versichert, dass man überall in Marokko Spanisch spräche. Stimmte auch soweit, wenn man unter "Spanisch sprechen" die fehlerfreie Aussprache und Verwendung der Worte "Si" und "No" versteht. Darüber hinaus ist des Marokkaners spanischer Wortschatz irgendwo zwischen "übersichtlich" und "nicht vorhanden". Das war aber alles kein Problem, denn immerhin können sie auch kein Französisch oder Englisch. Sie reden hauptsächlich Arabisch. "Shukran" heißt "Danke" und "sükren" heißt "besoffen".
"Besoffen" ist ein gutes Stichwort. Marokko als Land ist ein islamisches. Der Islam scheint sich vor allem durch die Abwesenheit all dessen zu definieren, was schön und gut ist im Leben. Dazu gehören Hunde, die als unrein gelten, die Gleichberechtigung der Frau, die als uncool gilt, sowie der Genuss von Alkohol, der als schlicht dämlich gilt. Was umso unverständlicher ist, da das Wort "Alkohol" ein arabisches ist. Das Zeug erst erfinden, und dann nichts davon auf Lager haben, das hab ich ja gerne!
Kurz: Es gibt kein Bier in Marokko. Es gibt auch sonst nichts zu trinken, außer Kaffee, Cola und Fanta. Und einen grünen Minztee, der zwar sehr lecker ist, aber traditionell so süß ist, dass es einem die Schuhspitzen nach oben biegt. Was hinwiederum die traditionelle Schutracht der Marokkaner erklärt.
Um ehrlich zu sein, mit der Unterdrückung der Frauen könnt ich umgehen. Auch der Mangel an Hygiene oder einer erkennbaren Infrastruktur stellt für mich kein langanhaltendes Hindernis dar. Aber kein Bier? Ohne mich! Dann sollen sie halt ihre Dokumentation selbst schreiben, auf mich müssen sie verzichten.
Doch heiter weiter. Samstags stand die Besichtigung des malerischen Städtchens Tetouan auf dem Programm. Tetouan ist die zweitälteste Stadt Marokkos und hat die zweitschönste Medina. Die erstälteste ist Fes und dort gibt es auch die erstschönste Medina. Doch Fes war weit weg, also mussten wir uns mit der zweiten Wahl zufrieden geben. Tetouan wurde von den Phöniziern gegründet, von den Römern zerstört, wieder aufgebaut, von den Berbern besetzt, von den Franzosen zerstört und so ist es mehr oder weniger bis heute erhalten geblieben. Die Innenstadt, die Medina, besteht aus geschätzt 5000 Kilometern übelriechender Straßen, in welchen man gelegentlich Skelette von Touristen findet, die ihre Reisegruppe verloren haben. Pittoresk.
Viele Javas wurden nach dem Untergang des Imperiums arbeitslos und müssen sich nun ihr karges Brot als Bettler verdienen.
Weiterhin gab es allerlei Buntes zu kaufen. Über Zweck und Nutzen der Puder konnte mir auch der Reiseleiter nur eingeschränkt Auskunft geben. Ich vermute allerdings schwer, dass dieses Zeug einzig dazu dient, den Touristen zu erlauben, beeindruckend bunte Bilder zu machen. Oder sie versuchen über diesen Umweg die Farbrezeptoren der Kameras zu beschädigen. Denn in Wirklichkeit mögen sie es nicht, fotografiert zu werden. Nachvollziehbar, eigentlich. Das ist auch der Grund, warum viele Bilder zum neigen neigen. Ich hab die meisten nämlich aus der Hüfte geschossen.
Hasta Luego
El Jörch
Freitag, 24. April 2009
Im Übrigen...
... fahren wir heut mit Schiffen,
nach Marokko zum ...
einkaufen.
Des Reimes wegen, gilt es sich nicht aufzuregen.
Details folgen am Montag.
Schönes Wochenende und Hasta Luego
El Jörch
nach Marokko zum ...
einkaufen.
Des Reimes wegen, gilt es sich nicht aufzuregen.
Details folgen am Montag.
Schönes Wochenende und Hasta Luego
El Jörch
Donnerstag, 23. April 2009
Mit Bunny-Maus und Brainy-Maus am Strand
Ein fast ereignisloser Tag. In der Schule haben wir heute über unser Alter und künstliche Befruchtung gesprochen. Gerade was den zweiten Themenbereich betrifft ist das ein durchaus beachtlicher Sprung. Gerade noch sprachen wir über "wo wohnst Du?", "was arbeitest Du?", "wie alt bist du?", und schwupps, auf einmal reden wir darüber, dass viele Frauen sich in Spanien zuerst ihr Kind aussuchen, und dann später den dazu passenden Mann.
Ich bin erwachsen genug, um damit umgehen zu können. Und toll genug, um über das entsprechende Vokabular zu verfügen. Tja, so hatten "Was-ist-Was" und "PM" doch noch ihr Gutes. Lesen bildet.
Doch wie es überall auf der Welt ist: Wer hart arbeitet, muss auch hart entspannen.
Hier sieht das so aus, dass man an den Strand geht. Da mir die hektische Jugend so langsam deutlich auf den Senkel geht, bin ich heute alleine an den Strand, nur um dorten Bunny-Maus vorzufinden. Bunny-Maus ist die blonde Luxustochter. Man unterhält sich, trinkt ein Bier. Brainy-Maus kommt einige Minuten später. Man unterhält sich, trinkt ein Bier. Während Bunny-Maus langsam ins Delirium fällt, wirkt Brainy-Maus seltsam entrückt. Sie ist notorisch am Telefonieren, als würde Handystrahlung Hirn wachsen lassen und schaut übellaunig drein.
Da ich ein netter Mensch bin und mich um das Wohlergehen meiner Mitmenschen sorge, frage ich nach, was denn los sei. Ach, sie habe Probleme mit ihrem Freund daheim in Nordland. Er würde ihr vorwerfen, sie würde nur am Strand rumhocken und sich von den jungen Männern aufn Hintern gucken lassen. Oder so ähnlich.
Auf einmal wurde ich Zeuge einer ihrer wahrscheinlich wenigen hellen Augenblicke! Sie schaut mich an, schaut Harri an, schaut ihren Photoapparat an und bittet Harri und mich, zusammen zu stehen, damit sie ein Photo machen kann. Nun, Harri gab sich schüchtern, doch ich dachte mir, Nachtigall, ick hör dir trapsen. Und genauso wars. Brainy-Maus macht also ein Photo von uns zwei beiden nicht ganz so hübschen, schickt es per MMS zum Scheich, um zu beweisen, dass sie nur mit alten, hässlichen Männern unterwegs ist und Scheichen sich nicht Nass machen muss ob möglicher Besitzrechtsverletzungen. Scheich ruft einige Minuten später an und ist in der Tat beruhigt.
Ich bin ja Demütigungen gewöhnt.
Aber wenn wir in Marokko sind, verkauf ich das Stück an die Berber. Unhell aber nicht unattraktiv, das bringt 15 Kamele.
Ich bin erwachsen genug, um damit umgehen zu können. Und toll genug, um über das entsprechende Vokabular zu verfügen. Tja, so hatten "Was-ist-Was" und "PM" doch noch ihr Gutes. Lesen bildet.
Doch wie es überall auf der Welt ist: Wer hart arbeitet, muss auch hart entspannen.
Hier sieht das so aus, dass man an den Strand geht. Da mir die hektische Jugend so langsam deutlich auf den Senkel geht, bin ich heute alleine an den Strand, nur um dorten Bunny-Maus vorzufinden. Bunny-Maus ist die blonde Luxustochter. Man unterhält sich, trinkt ein Bier. Brainy-Maus kommt einige Minuten später. Man unterhält sich, trinkt ein Bier. Während Bunny-Maus langsam ins Delirium fällt, wirkt Brainy-Maus seltsam entrückt. Sie ist notorisch am Telefonieren, als würde Handystrahlung Hirn wachsen lassen und schaut übellaunig drein.
Da ich ein netter Mensch bin und mich um das Wohlergehen meiner Mitmenschen sorge, frage ich nach, was denn los sei. Ach, sie habe Probleme mit ihrem Freund daheim in Nordland. Er würde ihr vorwerfen, sie würde nur am Strand rumhocken und sich von den jungen Männern aufn Hintern gucken lassen. Oder so ähnlich.
Auf einmal wurde ich Zeuge einer ihrer wahrscheinlich wenigen hellen Augenblicke! Sie schaut mich an, schaut Harri an, schaut ihren Photoapparat an und bittet Harri und mich, zusammen zu stehen, damit sie ein Photo machen kann. Nun, Harri gab sich schüchtern, doch ich dachte mir, Nachtigall, ick hör dir trapsen. Und genauso wars. Brainy-Maus macht also ein Photo von uns zwei beiden nicht ganz so hübschen, schickt es per MMS zum Scheich, um zu beweisen, dass sie nur mit alten, hässlichen Männern unterwegs ist und Scheichen sich nicht Nass machen muss ob möglicher Besitzrechtsverletzungen. Scheich ruft einige Minuten später an und ist in der Tat beruhigt.
Ich bin ja Demütigungen gewöhnt.
Aber wenn wir in Marokko sind, verkauf ich das Stück an die Berber. Unhell aber nicht unattraktiv, das bringt 15 Kamele.
Mittwoch, 22. April 2009
These are hard times, my friend...
Sonntag ist Kinotag
In Malaga ist Filmfestival. Der Spanische Film feiert sich und da dürfen alle dabei sein. Der allgegenwärtig Antonio Banderas war da und der Sohn von Bunuel auch. Großer Hype. Überall stehen Leute vor den Hotels rum und warten darauf, die Unterschrift einer spanischen Filmgröße zu ergattern.
In der Innenstadt gibt es ein Zelt, dort kann man Filme umsonst anschauen. Umsonst ist gut, da es nichts kostet. Und da ich ja nun mal hier bin, um Spanisch zu lernen, dachte ich mir, dass sei doch mal eine gute Idee, Wortschatz und Sprachmelodie zu verinnerlichen.
Es wurde "Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs" von A. Almodovar gegeben. Wer mich kennt, weiß, dass sowas genau der richtige Film für mich ist. Doch leider machen die Spanier keine wirklich guten Filme (ja, es gibt Ausnahmen, Pans Labyrinth, z.B.). Und dieser Film bestätigte natürlich all meine Vorurteile. Wikipedia schreibt über den Film:
Kurz und gut, ich habe nichts verstanden. Der Ton aus den beiden Notebooklautsprechern war Gerhörgangszerfetzend, die Bestuhlung wurde vom spanischen Physiotherapeutenverband gesponsort und der spanische Kinobesucher sieht darüber hinaus keine Veranlassung, nur weil er mal eben im Kino ist, auf sein übliches Kommunikationsverhalten zu verzichten. Das schließt den gemütlichen Plausch mit dem Sitznachbarn ebenso ein wie auch fernmündliche Kommunikation, wobei der Spanier natürlich auch lauter redet, weil er den Gesprächspartner ja nicht sieht.
Dennoch hatte ich viel Spaß.
Montag ist Kinotag
Mal wieder. Im Prinzip das gleiche wie am Tag zuvor, nur mit anderem Film. Wir sahen "Amantes". Nachdem, was ich verstanden habe, handelte der Film von einem Mann und zwei Frauen, wobei er eine davon tötet, weil die andere besser aussah und einer humpelnden Mutter mit einem Truthuhn.
Auch das hat Spaß gemacht, allein der linguistische Kenntnisgewinn beziffert sich auf fast Null, da auch in diesem Film die Schauspieler weniger "sprachen", als sich maschinengewehrartig Sätze um die Ohren zu hauen. Ich habe die Vermutung, die Spanier machen das absichtlich.
Dienstag
Im Wohnzimmer lernte ich zwei Mitschülerinnen kennen. Nikki ist 18, reich und von bunny-artiger Konsistenz. Yanika ist 20 und eher schlichten Gemüts. Wir kamen ganz gut miteinander aus und weiterhin darüber überein, abends mal eine kleine Runde um den Block zu machen.
Beide zusammen sind also zusammen nicht so alt wie ich und ich dachte mir, dass sei doch kein Problem, im Herzen bin ich ja jung geblieben.
Selten wurden mir meine Grenzen deutlicher aufgezeigt. Ich vergaß zu erzählen, dass beide aus Skandinavien kommen. Nikki aus Schweden, Yanika aus Norwegen. Oder umgekehrt, is ja auch Wurst, Elchland halt. Jetzt neigt der Nordländer, wie wir alle wissen, zu einer gewissen Zügellosigkeit, wenn es um den Alkoholkonsum geht. Aber um ein Schlagwort zu gebrauchen: Alter Schwede! Dass sogar schon der Nachwuchs so dermaßen trainiert ist im Umgang mit allem jenseits der 11%, ist über die Maßen beeindruckend. Ein Chupito nach dem anderen, einer greller, schlimmer und domestosartiger als der vorhergehende, und der Abend endete in einer Bar namens Opium. Dort gab es Wasserpfeifen, eine Bauchtänzerin, keine Luft und Chupitos. Ya- und Nikki tanzten, dass bestimmt irgendwo auf der Welt ein Land überflutet werden wird und ich fand heraus, dass ich Wasserpfeifen nicht vertrage.
Um 2 Uhr musste ich die Segel streichen, das Alter...
Mittwoch
Manche Tiere merken, wenn sie kurz vorm Sterben sind. Sie suchen sich dann einen ruhigen Platz, um in Ruhe zu verenden.
Ich wollte dies am Strand tun. Das Wetter verhinderte den Versuch.
Von Afrika her näherte sich eine Nebelwand und nach 10 Minuten am Strand hat sie denselben eingehüllt. Die Temperatur fiel um ca. 8 Grad und ich musste heimgehen und weiterleben.
In Malaga ist Filmfestival. Der Spanische Film feiert sich und da dürfen alle dabei sein. Der allgegenwärtig Antonio Banderas war da und der Sohn von Bunuel auch. Großer Hype. Überall stehen Leute vor den Hotels rum und warten darauf, die Unterschrift einer spanischen Filmgröße zu ergattern.
In der Innenstadt gibt es ein Zelt, dort kann man Filme umsonst anschauen. Umsonst ist gut, da es nichts kostet. Und da ich ja nun mal hier bin, um Spanisch zu lernen, dachte ich mir, dass sei doch mal eine gute Idee, Wortschatz und Sprachmelodie zu verinnerlichen.
Es wurde "Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs" von A. Almodovar gegeben. Wer mich kennt, weiß, dass sowas genau der richtige Film für mich ist. Doch leider machen die Spanier keine wirklich guten Filme (ja, es gibt Ausnahmen, Pans Labyrinth, z.B.). Und dieser Film bestätigte natürlich all meine Vorurteile. Wikipedia schreibt über den Film:
Wir merken uns das Wort "alptraumhaft", das traf nämlich den Punkt. Eine alberne 80erJahre Klamotte der allerschlimmsten Kategorie, mit einem fast noch pubertären Antonio Banderas (sie haben nur den einen Schauspieler), einer nicht nachvollziehbaren Handlung und Spanisch. Fast scheint es, als würden die Spanier nach "Wörter pro Minute" bezahlt. Nur so kann ich es mir erklären, dass sie so schnell reden müssen.Dieter Krusche bezeichnet den Film in Reclams Filmführer als „eine lärmende, schrille Komödie, die ungeniert ganz vom Gesetz des Zufalls lebt. ... Almodóvar gibt nicht vor, die Wirklichkeit abzubilden, sondern schafft eine eigene unverwechselbare Realität, die auf vergnügliche Weise albtraumhaft erscheint.“
Für das Filmlexikon von kabel eins ist Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs eine „farcenhafte, frivol-humorig überdrehte Liebes- und Situationskomödie, deren extremer Rhythmus größeres Vergnügen bereiten kann als die satirische Substanz.“
Kurz und gut, ich habe nichts verstanden. Der Ton aus den beiden Notebooklautsprechern war Gerhörgangszerfetzend, die Bestuhlung wurde vom spanischen Physiotherapeutenverband gesponsort und der spanische Kinobesucher sieht darüber hinaus keine Veranlassung, nur weil er mal eben im Kino ist, auf sein übliches Kommunikationsverhalten zu verzichten. Das schließt den gemütlichen Plausch mit dem Sitznachbarn ebenso ein wie auch fernmündliche Kommunikation, wobei der Spanier natürlich auch lauter redet, weil er den Gesprächspartner ja nicht sieht.
Dennoch hatte ich viel Spaß.
Montag ist Kinotag
Mal wieder. Im Prinzip das gleiche wie am Tag zuvor, nur mit anderem Film. Wir sahen "Amantes". Nachdem, was ich verstanden habe, handelte der Film von einem Mann und zwei Frauen, wobei er eine davon tötet, weil die andere besser aussah und einer humpelnden Mutter mit einem Truthuhn.
Auch das hat Spaß gemacht, allein der linguistische Kenntnisgewinn beziffert sich auf fast Null, da auch in diesem Film die Schauspieler weniger "sprachen", als sich maschinengewehrartig Sätze um die Ohren zu hauen. Ich habe die Vermutung, die Spanier machen das absichtlich.
Dienstag
Im Wohnzimmer lernte ich zwei Mitschülerinnen kennen. Nikki ist 18, reich und von bunny-artiger Konsistenz. Yanika ist 20 und eher schlichten Gemüts. Wir kamen ganz gut miteinander aus und weiterhin darüber überein, abends mal eine kleine Runde um den Block zu machen.
Beide zusammen sind also zusammen nicht so alt wie ich und ich dachte mir, dass sei doch kein Problem, im Herzen bin ich ja jung geblieben.
Selten wurden mir meine Grenzen deutlicher aufgezeigt. Ich vergaß zu erzählen, dass beide aus Skandinavien kommen. Nikki aus Schweden, Yanika aus Norwegen. Oder umgekehrt, is ja auch Wurst, Elchland halt. Jetzt neigt der Nordländer, wie wir alle wissen, zu einer gewissen Zügellosigkeit, wenn es um den Alkoholkonsum geht. Aber um ein Schlagwort zu gebrauchen: Alter Schwede! Dass sogar schon der Nachwuchs so dermaßen trainiert ist im Umgang mit allem jenseits der 11%, ist über die Maßen beeindruckend. Ein Chupito nach dem anderen, einer greller, schlimmer und domestosartiger als der vorhergehende, und der Abend endete in einer Bar namens Opium. Dort gab es Wasserpfeifen, eine Bauchtänzerin, keine Luft und Chupitos. Ya- und Nikki tanzten, dass bestimmt irgendwo auf der Welt ein Land überflutet werden wird und ich fand heraus, dass ich Wasserpfeifen nicht vertrage.
Um 2 Uhr musste ich die Segel streichen, das Alter...
Mittwoch
Manche Tiere merken, wenn sie kurz vorm Sterben sind. Sie suchen sich dann einen ruhigen Platz, um in Ruhe zu verenden.
Ich wollte dies am Strand tun. Das Wetter verhinderte den Versuch.
Von Afrika her näherte sich eine Nebelwand und nach 10 Minuten am Strand hat sie denselben eingehüllt. Die Temperatur fiel um ca. 8 Grad und ich musste heimgehen und weiterleben.
Samstag, 18. April 2009
Krank
Ich glaube, ich bin der einzige Mensch, der es schafft, sich im Süden 'nen Schnupfen zu fangen. Ich habs aber geschafft, und nicht mal einen schlechten.
Doch was tun? In Deutschland gehst du in die Apotheke, sagst dein Sprüchlein und bekommst ein Mittel, dass dir die Illusion vermittelt, etwas unternommen zu haben.
Grundsätzlich ist der Vorgang hier ähnlich. Allein, es hapert am Sprüchlein. Das muss man hier nämlich auf Spanisch und nur auf Spanisch aufsagen. Doch da sich mein Hauptwortschatz auf die Themengebiete Bier, Bar und das Leben eines fiktiven "Antonio" (nicht der Lehrer, eine Figur aus den Lehrbüchern) beschränkt, ist alles, was ich in der Apotheke sagen könnte in etwa so richtig und erniedrigend, wie wenn ich Deutschland ankäme und sagte: "Willkommen, Gevatter Pharmacialienrat, mich kränkts im Gemächt und so erbät ich Eure Hilfe zu kurieren mein Leid!".
Was bleibt einem also übrig? Ich könnte die Krankheit vertagen, bis ich über ausreichend Wortschatz verfüge, mir die entsprechenden Mittel zu besorgen. Aber das geht natürlich nicht. Also habe ich das gemacht, was jeder gute Tourist im Ausland macht. Ich ging in die Apotheke und bot eine kleine mimische Darstellung meines Leids, mit all dem dramatischen Hustensimulieren, auf-die-Nase-deuten und Schniefgeräusche machen, kurz, sich alles in allem so zu gebärden, wie dieser Horst in den ersten Naziofarm-Werbespots.
Ich habe auch etwas bekommen. Nach kurzem Abgleich der Packungsaufschrift mit LEO bin ich mir nun fast sicher, dass es sich weder um ein Contrazeptivum handelt, noch der Bekämpfung der Hodenfäule dient. Immerhin, meine Charade hätte auf alles mögliche hindeuten können.
Ich nehme jetzt alle 4 Stunden eine dieser Pillen.
Wenn ich bis Übermorgen keinen neuen Eintrag geschrieben habe...
Hasta Luego
El Jörch
Doch was tun? In Deutschland gehst du in die Apotheke, sagst dein Sprüchlein und bekommst ein Mittel, dass dir die Illusion vermittelt, etwas unternommen zu haben.
Grundsätzlich ist der Vorgang hier ähnlich. Allein, es hapert am Sprüchlein. Das muss man hier nämlich auf Spanisch und nur auf Spanisch aufsagen. Doch da sich mein Hauptwortschatz auf die Themengebiete Bier, Bar und das Leben eines fiktiven "Antonio" (nicht der Lehrer, eine Figur aus den Lehrbüchern) beschränkt, ist alles, was ich in der Apotheke sagen könnte in etwa so richtig und erniedrigend, wie wenn ich Deutschland ankäme und sagte: "Willkommen, Gevatter Pharmacialienrat, mich kränkts im Gemächt und so erbät ich Eure Hilfe zu kurieren mein Leid!".
Was bleibt einem also übrig? Ich könnte die Krankheit vertagen, bis ich über ausreichend Wortschatz verfüge, mir die entsprechenden Mittel zu besorgen. Aber das geht natürlich nicht. Also habe ich das gemacht, was jeder gute Tourist im Ausland macht. Ich ging in die Apotheke und bot eine kleine mimische Darstellung meines Leids, mit all dem dramatischen Hustensimulieren, auf-die-Nase-deuten und Schniefgeräusche machen, kurz, sich alles in allem so zu gebärden, wie dieser Horst in den ersten Naziofarm-Werbespots.
Ich habe auch etwas bekommen. Nach kurzem Abgleich der Packungsaufschrift mit LEO bin ich mir nun fast sicher, dass es sich weder um ein Contrazeptivum handelt, noch der Bekämpfung der Hodenfäule dient. Immerhin, meine Charade hätte auf alles mögliche hindeuten können.
Ich nehme jetzt alle 4 Stunden eine dieser Pillen.
Wenn ich bis Übermorgen keinen neuen Eintrag geschrieben habe...
Hasta Luego
El Jörch
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